Dorfkirche Starsiedel

Bereits im Logo der Gemeinde Starsiedel ist die Kirche ein fester Bestandteil. Sie ist Teil des kulturellen Erbes der Gemeinde. Sie ist ein Denkmal, sie prägt das Ortsbild, sie ist unser Kulturgut, sie erlebte Taufen, Hochzeiten, Gottesdienste, Trauerfeiern und Gebete, sie ist ein Wegweiser, sie ist baufällig, sie ist gesperrt, sie soll(te) abgerissen werden.

 Der Kirchenstandort wurde erstmals im Jahr 1337 erwähnt, also vor 689 Jahren. Im Jahr 1542 hielt man einen ersten evangelischen Gottesdienst ab. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) setzte der damaligen Kirche ordentlich zu und erst reichlich weitere 100 Jahre später sollte dieses Gebäude abgebrochen und erneuert werden. 
Das aktuelle Kirchengebäude wurde ab dem Jahr 1744 neu aufgebaut und 1747 feierlich eingeweiht. Auch diesem Bau blieb ein Umbau im Jahr 1973 nicht erspart. 
Keine Generation hat die Kirche(n) jemals aufgegeben, dies war unser Antrieb mit der Gründung des Vereins 
„Lasst die Kirche im Dorf Starsiedel“ e.V. 
den drohenden Abriss bis auf die Grundmauern zu verhindern und auch den zukünftigen Generationen ein Teil der Dorfgeschichte zu bewahren.

Charakteristik

Bauzeit:
Baustiel:
Typus:
Baukörper:
 












Innenraum:
 

18. Jahrhundert, 1743 – 1747
Barock
Saalkirche
Bruchsteinbau, eingezogener, oktogonaler Turm  mit Zwiebelhaube und Laterne. Zwei Anbauten an das Kirchenschiff Süd- und Nordseite Sandsteingewände als Tür- u. Fensterleibungen.
Das Kirchenschiff besitzt ein zimmermannsmäßig abgebundenes Sattelwalmdach mit Ziegeldeckung auf Lattung.
Das Schaftmauerwerk des Kirchturmes wird in Höhe der
Glockenstube mit einem dreiseitig ummauerten Holzfachwerk ausgesteift. Hierauf lagert das Turmdach in Form einer Zwiebelhaube.
Die ursprünglich vorhandene Laterne wurde bei früheren Sanierungsarbeiten, ohne  langen Schaft, mit einem einfachen Kegel ausgeführt.
Die bauzeitliche Innenausstattung (hölzernes Muldengewölbe, zweigeschossige hufeisenförmige
Emporenanlage, barocker Kanzelaltar mit seitlichen
Durchgängen, Orgelprospekt) ist erhalten.
Das steinerne Taufbecken (1872) mit darüber schwebendem qualitätsvollen Taufengel ist auf 1697 datiert.
(Beachten: Taufbecken aus Holz, auch 1697)
Zur gegenwärtigen Raumfassung gehen wir davon aus,
dass diese nicht Barock geprägt ist und vermutlich 1902
unter Pastor Haarmann erfolgt ist. (Festschrift von 1922).
Dies bedeutet, dass die Fassung von Altar und Empore, der Umbau der Orgelempore, sowie der Ein-/Umbau der Orgel durch Oskar Ladagast (Weißenfels) dieser Zeit zuzuordnen sind. 
Es bleibt der prägende Umbau mit barocken Elementen. 
Vorzufinden und nachweislich sind historische 
Freihandmalereien (Leimfarbe/ Kreidefarbe als Malgrund) 
- Wabenverbund mit (Rechteckgitter) mit 5-blättriger Blüte 
- Flächenornament (Wand) mit Versatz von Lilie und Rose 
- Weinlaub, Früchte, Blume, mittig eine Putte (hinter Altar),  oberhalb als Bekrönung